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Die Krise als Chance: Vier Erkenntnisse für die B2B-Wälzlager-Industrie

Die Geschichte hat uns immer wieder aufs Neue gezeigt, wie große Krisen große Veränderungen hervorbringen können. Nicht nur das, Krisen treiben häufig auch Innovation voran: Mit der noch immer anhaltenden Coronapandemie wird es wohl nicht anders sein – zum Glück.

Unsere Industrie musste bis dato viele Einbußen machen: Covid-19 hat bei Produktionen in einigen Branchen monatelang für Stillstand gesorgt, Lieferketten beschädigt und – vielleicht sogar für immer – die Art, wie Geschäfte abgewickelt werden verändert. Auf der anderen Seite haben die Distanz vom herkömmlichen sozialen Leben, die wiederkehrenden Lockdowns und Reisebeschränkungen die Digitalisierung vorangetrieben; auch in traditionelleren Branchen, welchen bislang der versierte Umgang mit Digitaltools gefehlt hat oder die schlichtweg nicht auf digitale Technologien angewiesen waren. Der "The Economist" bezeichnet die aktuelle Post-Pandemie-Phase zu Recht als Ära der „Technologie-Beschleunigung“: Wir lassen unsere Lebensmittel liefern (teils sogar mit Drohnen), Ärzte sprechen per Live-Chat mit Kranken, es gibt virtuelle Weintastingevents und Sternerestaurants bieten plötzlich Take-Out-Menüs an. Auch wir aus der B2B-Industrie haben von all dem Wind bekommen und uns den Gegebenheiten angepasst. Dieser Artikel wirft einen Blick auf vier Essentials, die wir aus der Pandemie für uns mitgenommen haben – und mit euch teilen wollen.

I. Shopping goes digital

In den letzten Jahren ist unsere Branche immer mehr in den digitalen Raum gerückt: Denn Händler erkennen, dass sie sich auf modernere Geschäftsformen einstellen müssen, um den Bedürfnissen ihrer Interessenten gerecht zu werden.
Sich die Arbeit zu machen, beispielsweise einen benutzerfreundlichen Onlineshop zu konstruieren, lohnt: Gerade unter herausfordernden Marktbedingungen bedeutet ein gut aufgebauter Onlineshop eine erhöhte Zugänglichkeit für den eigenen Kundenstamm; dabei spielt die simple Bedienung eine entscheidende Rolle. Zwei relativ einfache Handgriffe mit großer Wirkung sind zum Beispiel eine effektive Produktsuchfunktion und/oder die Möglichkeit der Auftragsverfolgung. Zwei einfache Elemente sorgen dafür, dass Kunden trotz unterschiedlichster Codes und Bezeichnungen genau das finden, was sie brauchen, und lässt sie auf aktuelle Bestellinformationen zugreifen – nur ein Grund, wieso bestehende und potentielle Kunden immer wieder zu einem Onlineshop zurückkehren.

Während der Onlinehandel an sich nichts Neues ist, gehen Early Adopters – also Personen, die neueste Technologien frühzeitig nutzen – nun einen Schritt weiter und digitalisieren auch ihre kompletten Einkaufsprozesse. Ein Beispiel dafür ist Electronic Data Interchange (EDI): Eine digitale Datenverbindung, die es Kunden ermöglicht, Bestellungen direkt über ihr eigenes ERP-System aufzugeben. Welche Vorteile das birgt? Eine schnellere, einfachere Bestellung bei erhöhter Genauigkeit und Sicherheit. Einige digitale Dienste haben weitere zusätzliche Vorteile – PICARD beispielsweise belohnt EDI-Kunden mit vollem Zugriff auf ihre besten Preise und Sonderkonditionen wie OCCASION-Angebote. Seit Beginn der Pandemie konnten wir bei PICARD durch dieses Verfahren die Anzahl von EDI-Kunden weltweit um 40 % steigern. Zahlen wie diese zeigen, dass sich Geschäftsprozesse in unserer Branche immer mehr in Richtung Digitalisierung verschieben.

II. Multi-Channel-Management? Unbedingt!

Multi-Channel-Management ist in aller Munde. Doch was bedeutet das eigentlich genau? Unternehmen, die dem Wettbewerb voraus sind, können mit ihren Kunden, Partnern und Lieferanten über mehrere Kanäle interagieren, die effizient, einfach und unterbrechungsfrei sein sollten. Multi eben. Simple as that.

Seit die Pandemie die Onlinekommunikation vorangetrieben hat, ist es wichtiger denn je, dass Unternehmen den Nutzenden vielfältige Möglichkeiten bieten, mit ihren Diensten zu interagieren. Ein kleines Beispiel: Ein Händler meldet sich in einem Onlineshop an und füllt seinen Warenkorb mit diversen Artikeln. Er möchte vor der Buchung allerdings Rücksprache mit einem Experten halten; nichts eignet sich besser als Messengerkanäle wie WhatsApp, um zum Beispiel einen Callback mit einem Verkaufsberater zu buchen. Im Anschluss kann der Kunde mit dem eigenen Account Manager sprechen und die Bestellung abschließen. Wichtig dabei: Der gesamte Prozess sollte durchgängig, vernetzt und personalisiert sein. Service first – auch im Onlinekosmos.

Ziel und Wert des Ganzen: Unternehmen, die ihre Kommunikationskanäle an die Bedürfnisse ihrer Nutzer anpassen, bieten am ehesten ein vollständig benutzerfreundliches Erlebnis und profitieren somit von unserer zunehmend digitalisierten Welt. Ziel ist es dabei immer, den Interessierten nach jeder Interaktion das Gefühl zu geben, er ist gut aufgehoben, seine Anfrage wird bearbeitet, der Auftrag erledigt – und das alles auf einem gleichbleibenden Qualitätsniveau.

III. Logistik mit Blick auf Kunden

Gerade in unruhigen Zeiten ist es vor allem die Logistik von Händlern, die den entscheidenden Unterschied machen kann. Ein Vorsprung zum Beispiel bei der Liefergeschwindigkeit oder im Lagersortiment bringt nach vorn und ist zukunftsweisend. Das Ganze ist eigentlich ganz einfach: Wenn unerwartete Krisen wie Covid-19 auftreten, hebt sich ein Unternehmen mit guter Logistik schnell von der Konkurrenz ab. Kunden ermöglichen, so spät wie möglich zu bestellen und dennoch gleich am nächsten Tag ihre Ware geliefert zu bekommen, bringt Händler schnell in eine Pole Position. Mehr Flexibilität bedeutet mehr Freiräume für Verbraucher: Diese Freiheit kann in Zeiten knapper Versorgung den entscheidenden Unterschied machen.

Wir bei PICARD haben in den letzten zwei Jahren eine erhöhte Nachfrage nach Dienstleistungen erhalten, die zeit- und kostenintensive Versandprozesse reduzieren oder zum Beispiel eine neutrale Direktlieferung an Endkunden möglich machen. Kurzum: Die Tatsache, dass unsere Abnehmer ihre Artikel mit eigenem Lieferschein direkt an ihre Endkunden liefern lassen können, hat sich während der Pandemie großer Beliebtheit erfreut. Das hat sich bis heute nicht geändert.

IV. auf langfristige beziehungen setzen

Trotz der Veränderungen in der Wälzlagerindustrie bleibt eine zentrale Instanz unverändert: Vertrauen und persönliche Beziehung.

Vor allem in Zeiten die unvorhersehbar sind, profitiert man von vertrauensvollen Beziehungen im B2B-Bereich. Solche Verhältnisse brauchen oft Zeit, um sich zu entwickeln und beruhen auf viel nahem Miteinander sowie Verständnis der Fähigkeiten und Bedürfnisse der anderen. Doch das lohnt sich! Für eine Basis wie diese sind persönliche Besuche in unserer Branche schon lange Gang und Gebe. Auch hier darf die Pandemie gern als Chance gesehen werden: Es waren alternative Angebote wie Zoom-Meetings oder Webinare, welche die Geschäftsbeziehungen während der Krise aufrechterhalten oder sogar verbessert haben.

 

Zwei Jahre nach dem weltweiten Ausbruch einer Krise kann man nun zurückschauen: Welche Geschäftsarten sind am stärksten von unterbrochenen persönlichen Kontakten betroffen? Wie haben Homeoffice und andere Entwicklungen, an die wir inzwischen gewöhnt sind, Einfluss genommen?

Am Ende des Tages profitieren Unternehmen, die auf Veränderungen reagieren, sich auf das Verhalten ihrer Kunden konzentrieren und in Geschäftsbeziehungen investieren. Sie sind es, die es vermeiden können, von schwierigen Ereignissen oder herausfordernden Marktbedingungen überholt zu werden.

Unternehmen, die noch einen Schritt weiter gehen und die Oberhand gewinnen wollen, entscheiden sich außerdem dafür, den Schritt in den digitalen Raum zu wagen. Denn eins hat die Pandemie uns sicher gezeigt: Dass Digitalisierung die Zukunft ist. Und die Zukunft kann nicht ignoriert werden.