Bearbeitung auf Stoß – Wir liefern maßgeschneiderte Schienen über Nacht

Ihr Kunde benötigt spezielle Schienen- oder Wellen abseits der Standardmaße – und zwar am besten so schnell wie möglich? Für PICARD kein Problem! In unserem hauseigenen Linearcenter bearbeiten wir Schienen und Wellen nach Maß. Dazu finden Sie in unserem Onlineshop den Linearkonfigurator, mit dem Sie Ihre gewünschte, konfigurierbare Meterware nach den Bedürfnissen Ihres Kunden bestellen können. Neuerdings bieten wir auch die Bearbeitung auf Stoß an. Diese ist zum Beispiel besonders geeignet, wenn Ihr Kunde außergewöhnlich lange Schienen benötigt und die Standardlänge des gewählten Produktes nicht ausreicht. Ein grandioser Vorteil an dieser Fertigungsmethode ist, dass durch die spezielle Endenbearbeitung eine durchgehende Verbindung von Schienenteilstücken ermöglicht wird und Schienen dadurch theoretisch in unendlicher Länge aneinander montiert werden können.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Trennung werden bei der Bearbeitung auf Stoß die Stirnseiten der Schienen so abgeschliffen, dass es kein Spaltmaß und eine Toleranz von lediglich 0,02 mm gibt. Das ist sehr wichtig, damit die einzelnen Elemente später vom Anwender „nahtlos“ aneinander montiert werden können und die Führungswagen ruckelfrei auf den Schienen laufen. Nach der Bearbeitung werden die zusammengehörigen Endstellen mit einem Lasergerät markiert, sodass der Monteur weiß, welche Schienenelemente miteinander kompatibel sind.

Per Kurier über Nacht in die Slowakei

Ein passendes Beispiel aus der Praxis kommt von einem unserer Kunden aus der Slowakei. Sein Endkunde benötigte per Eillieferung zwei Sätze Schienen à 7,6 Meter, die Standardlänge der gewählten Schiene betrug jedoch nur 3 Meter. Also wurden diese Schienen von unserem Fachpersonal im Linearcenter auf Stoß bearbeitet und jeweils auf die Maße 2.880 mm, 2.880 mm und 1.840 mm zugeschnitten.

Nun folgte die nächste Herausforderung: Die nach wie vor recht langen Schienen sollten so schnell wie möglich in die Slowakei geliefert werden, Standard- oder Expressversand kam für unseren Kunden als Versandoption nicht infrage. Also entschied er sich für unseren Kurierservice auf dem Landweg, der die Schiene in wenigen Stunden per Taxi in die Nähe von Bratislava lieferte. Der Versand der Sendung ist von der Abholung um 20:30 Uhr an unserem Firmenstandort in Bochum, bis zur Auslieferung beim Kunden um 08:45 Uhr morgens in der Nähe von Bratislava in nur ca. 12 Stunden erfolgt!

Somit haben wir es geschafft, zwei Herausforderungen innerhalb kürzester Zeit zu meistern:

  1. Kurzfristige, kundenspezifische Bearbeitung von mehreren Linearschienen auf Stoß: Check!
  2. Blitzschnelle Lieferung auf dem Landweg über knapp 1000 km innerhalb einer Nacht: Check!

Weitere Informationen zu unseren Versandoptionen finden Sie unter https://www.picard.de/logistik/

Warum ist das Thema Nachhaltigkeit für den B2B-Handel relevant?

In unserem Blogartikel über die drei Säulen der Nachhaltigkeit haben wir bereits erläutert, dass auch Industrie- und Handelsunternehmen, die auf den ersten Blick scheinbar wenig Spielraum für nachhaltiges Handeln besitzen, nachhaltig wirtschaften können – und müssen. Warum das Thema für die gesamte B2B-Handelsbranche immer mehr an Relevanz gewinnt, erläutern wir anhand der folgenden Punkte.

Bunte Grafik mit Darstellung von zwei Icons in Personen-Form, die im Austausch miteinander stehen, Colourful graphic showing two icons in the shape of people interacting with each other

  1. Vorgaben der Regierung: Rechtliche und normative Anforderungen machen eine Entwicklung hin zu nachhaltigen Geschäftspraktiken unabdingbar. Die Nachhaltigkeitsbemühungen von großen und mittelständischen Unternehmen werden beispielsweise in Form von jährlichen Nachhaltigkeitsberichten, Zertifizierungen und weiteren Regularien eingefordert. Um die Zukunftsfähigkeit und Liquidität eines Unternehmens zu sichern, ist es wichtig, nachhaltig zu wirtschaften und dabei wirtschaftlich nachhaltig zu sein.
  2. Anforderungen von Geschäftspartnern: Immer häufiger verlangen Geschäftspartner, dass ihre Lieferanten und Dienstleister Nachhaltigkeitsstandards erfüllen. Durch das sogenannte „Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz“ ist das Monitoring der Lieferkette für Unternehmen sogar teilweise gesetzlich verpflichtend. Die Unternehmensaktivitäten der Lieferanten müssen sorgfältig dokumentiert und gegebenenfalls im Sinne der Nachhaltigkeit optimiert werden. Dies kann von der Verwendung umweltfreundlicher Materialien bis hin zur Einhaltung bestimmter sozialer Standards reichen. B2B-Händler, die diesen Anforderungen gerecht werden, haben außerdem bessere Chancen, lukrative Geschäftsbeziehungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten.
  3. Kosteneinsparungen: Nachhaltige Praktiken führen oft zu Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen. Zum Beispiel können Maßnahmen zur Energieeinsparung oder Abfallreduktion langfristig die Betriebskosten senken. Dies kann die Wettbewerbsfähigkeit der B2B-Händler stärken.
  4. Langfristige Stabilität: Nachhaltigkeit bezieht sich nicht nur auf ökologische Aspekte, sondern auch auf soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Indem B2B-Händler ethische Geschäftspraktiken, faire Arbeitsbedingungen und verantwortungsbewusstes Lieferkettenmanagement fördern, tragen sie zur Stabilität und Langlebigkeit ihrer eigenen Geschäftstätigkeit bei und positionieren sich als zukunftsfähiger Arbeitgeber.
  5. Risikomanagement: Nachhaltiges Handeln kann auch dazu beitragen, potenzielle Risiken zu mindern. Dies können etwa rechtliche oder regulatorische Risiken sein, die mit Umweltverschmutzung oder Verletzungen von Arbeitsrechten verbunden sind. Unternehmen, die im Einklang mit Nachhaltigkeitsrichtlinien agieren, haben tendenziell ein geringeres Risiko, solchen Herausforderungen gegenüberzustehen.
  6. Reputation und Attraktivität als Arbeitgeber: Im heutigen Arbeitsmarkt legen immer mehr Menschen Wert auf moderne, nachhaltig agierende Unternehmen in allen Bereichen. Vor allem jungen Menschen ist dieses Thema ein besonderes Anliegen. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und auch jüngere Generationen anzusprechen, sollte das Bedürfnis nach einem werteorientierten Arbeitgeber erfüllt werden. Dies kann zu einer langfristig loyalen Mitarbeiterschaft führen und die Fluktuation im Unternehmen auf Dauer verringern, da Mitarbeitende häufig lieber für ein Unternehmen arbeiten, das sich auch um Umwelt- und Sozialbelange kümmert und nicht die Profitmaximierung um jeden Preis verfolgt.
  7. Zugang zu Märkten: Einige Märkte oder Branchen setzen verstärkt auf nachhaltige Produkte und Dienstleistungen. Beispielsweise im Segment der erneuerbaren Energien. B2B-Händler, die passende Produkte anbieten, haben die Möglichkeit, in diese wachsenden Märkte einzusteigen und ihre Markenbekanntheit zu erhöhen.
  8. Innovation und Differenzierung: Nachhaltigkeit kann als Treiber für Innovation dienen. B2B-Händler, die nachhaltige Produkte oder Dienstleistungen entwickeln, können sich von der Konkurrenz abheben und neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen.

Wie Sie anhand der genannten Punkte erkennen, ist das Thema Nachhaltigkeit sehr vielfältig und damit auch für die B2B-Handelsbranche von großem Interesse. Wichtig ist, den Blick nicht nur auf kurzfristige Maßnahmen zu richten, sondern die Unternehmensstrategie langfristig anzupassen. Eine nachhaltige Unternehmensführung ist also kein „notwendiges Übel“ – im Gegenteil: Es hilft Ihrem Unternehmen bei der Erreichung von wirtschaftlichen Zielen. Jetzt und in Zukunft.

Ingenieurskunst im Rillenkugellager: Die Konstruktion mittels Conrad- und Nutfüll-Radiallager Methode

Sie haben womöglich schon einmal von der „Conrad-Methode“ gehört, wenn es um die Konstruktion von Rillenkugellagern geht. Aber wussten Sie auch, dass es noch eine weitere Methode gibt, um die Kugeln ins Lager einzufüllen? Diese hat den etwas umständlichen Namen „Nutfüll-Radiallager-Methode“, beschreibt aber genau die Art der Konstruktion und wofür sie genutzt wird. Wo die genauen Unterschiede im Zusammenbau liegen und welche Konstruktionsmethode am verbreitetsten ist, klären wir im Folgenden.

Vektorgrafik von zwei Rillenkugellagern mit Darstellung der verschiedenen Konstruktionstypen, Vector graphic of two deep groove ball bearings showing the different types of construction

Die Conrad-Methode

Bei der Konstruktion eines Rillenkugellagers mittels Conrad-Methode wird der Innenring zunächst in eine exzentrische Position zum Außenring gebracht. Das bedeutet, der Innenring wird nach oben Richtung Außenring ausgerichtet. So können die Kugeln einfach in den unteren Außenring eingelegt werden. Durch die mittigen Rillen an den Innenseiten des Innen- und Außenrings (denen die Rillenkugellager ihren Namen verdanken) bleiben die Kugeln in Position, ohne wieder hinauszurollen.

Anschließend wird der Innenring mittig in eine konzentrische Anordnung gebracht und die Kugeln in gleichen Abständen zueinander um den Ring herum positioniert. Im letzten Schritt wird der Käfig zur Fixierung der Kugeln befestigt. Bei der Type 6208 C3 ist der Stahlblechkäfig beispielsweise in zwei Komponenten aufgeteilt und wird beidseitig um die Kugeln herum angebracht. Die meisten Rillenkugellager werden nach dieser Methode zusammengesetzt.

Die Nutfüll-Radiallager Methode

Die Nutfüll-Radiallager Methode erhöht, wie der Name bereits verrät, die radiale Lastaufnahmefähigkeit. Bei dieser Bauart gibt es eine Aussparung in Form von runden, halbmondartigen Einkerbungen an Innen- und Außenring, die gemeinsam und gegenüberliegend die sogenannte „Einfüllnut“ bilden. Beim Zusammenbau wird der Innenring von vorneherein konzentrisch, also mittig zum Außenring positioniert. Um die Kugeln nun einsetzen zu können, braucht es die Einfüllnut, über die die Kugeln eingelassen werden. Auch hier sorgen die Rillen in Innen- und Außenring wieder dafür, dass die Kugeln im Lager verbleiben und nicht hinausfallen bevor der Käfig eingesetzt wird.

Ein Beispiel für ein Rillenkugellager mit Einfüllnut ist die Type 208 C3. Hierbei handelt es sich um die gleiche Lagertype mit den gleichen Abmessungen wie das zuvor genannte Rillenkugellager 6208 C3. Die Unterschiede in der Bezeichnung weisen jedoch auf eine unterschiedliche Bauart hin. Um die radiale Tragfähigkeit erhöhen zu können, müssen hier mehr Kugeln eingesetzt werden als bei Conrad-Lagern. Dafür ist bei dieser Bauart die axiale Tragfähigkeit verringert. Im letzten Schritt wird wieder der jeweilige Käfig montiert.

Wie Industrieunternehmen nachhaltig wirtschaften können: Die drei ESG-Dimensionen

Das Thema Nachhaltigkeit ist in jedem unserer modernen Lebensbereiche präsent. Aufgrund von jahrhundertelanger Ausbeutung natürlich vorkommender Ressourcen und der exzessiven Freisetzung von Treibhausgasen ist die Zukunft unseres Planeten akut bedroht. Es steht nicht zur Debatte, dass wir Menschen mehr Ressourcen verbrauchen, als uns auf dieser Erde zur Verfügung stehen und dass der vom Menschen verursachte Klimawandel nicht mehr aufzuhalten ist – im Gegenteil. Er ist bereits in vollem Gange. Sprechen wir in diesem Zusammenhang vom Thema Nachhaltigkeit – ob im wirtschaftlichen oder privaten Kontext – wird damit oftmals ausschließlich der Umweltschutz assoziiert. Folglich könnte man annehmen, dass international agierende Industrie- und Handelsunternehmen in Bezug auf Nachhaltigkeit die Hände gebunden sind. Eine Branche, in der weltweite Logistik- und Handelsprozesse und die Schnelligkeit von Lieferungen an erster Stelle stehen, stoßen Umweltschutz und CO2-Einsparung auf herausfordernde Grenzen. Betrachtet man das Thema Nachhaltigkeit jedoch in seiner Gesamtheit, stellt sich heraus, dass Unternehmen handlungsfähiger sind, als man vermuten könnte. Eine nachhaltige Unternehmenswirtschaft umfasst weit mehr als lediglich den Umweltschutz.

Tatsächlich geht man davon aus, dass eine nachhaltige Entwicklung nur durch die Berücksichtigung ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Aspekte stattfinden kann. Diese werden im Rahmen des sogenannten „Drei-Säulen-Modells der nachhaltigen Entwicklung“ zusammengefasst. Dieses gibt vor, dass es ein Gleichgewicht zwischen den drei Dimensionen herrschen muss und kein Aspekt alleinstehend betrachtet werden kann, wenn eine nachhaltige Entwicklung angestrebt wird. Außerdem nehmen die drei Säulen direkten Einfluss aufeinander. Das stellt einen großen Vorteil für Unternehmen dar, da sie dadurch deutlich mehr Handlungsspielraum haben, als viele Geschäftsmodelle auf den ersten Blick vermuten lassen. Das Drei-Säulen-Modell dient außerdem als Grundlage für die von der EU definierten „ESG-Richtlinien“ (ESG=Environmental, Social und Governance).

Rechtliche und normative Anforderungen, wie beispielsweise ein jährliches ESG-Reporting, bei dem die Nachhaltigkeitsbemühungen offengelegt werden, ist ab 250 Mitarbeitenden und mehr als 40 Millionen Euro Nettoerlös verpflichtend für jedes Unternehmen. Außerdem zählen die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit zu den zehn Prinzipien des UN Global Compact, die wir in einem weiteren Beitrag thematisieren werden.

Im Folgenden stellen wir die ESG-Dimensionen genauer vor und erläutern, wie auf dessen Basis in Handelsunternehmen ehrliche und authentische Nachhaltigkeitsstrategien implementiert werden können.

Die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit

  1. Ökologische Dimension

Die ökologische Dimension bezieht sich auf den Aspekt der Nachhaltigkeit, der sich mit dem Schutz und der Erhaltung der natürlichen Umwelt und ihrer Ressourcen befasst. Hier liegt der Fokus auf den Wechselwirkungen zwischen menschlichen Aktivitäten und der Umwelt und vor allem darauf, wie diese Aktivitäten in Einklang mit den ökologischen Systemen und Prozessen gebracht werden können, um die langfristige Gesundheit und Integrität des Planeten zu gewährleisten. Das bedeutet, dass im Idealfall nicht mehr natürliche Ressourcen (z.B. Wasser, Sauerstoff und Rohstoffe) verbraucht werden, als sich regenerieren können. In der Folge ist es essenziell, die negativen Umweltauswirkungen von Unternehmen so gering wie möglich zu halten, indem beispielsweise umweltverschmutzende Substanzen durch biologisch abbaubare Materialien ersetzt oder der Einsatz von Rohstoffen reduziert wird. Für die Durchsetzung ökologisch verträglicher Unternehmensaktivitäten sollte der Blick daher auf Themen wie Ressourcenverbrauch, Treibhausgasemissionen, Abfallmanagement, erneuerbare Energien und Biodiversität gerichtet werden. Den direkten Zusammenhang mit den anderen beiden Dimensionen kann man sich im Unternehmen folgendermaßen vorstellen: Die ökologische Dimension legt den Fokus auf die Umweltverträglichkeit von Produkten und Prozessen, die soziale kümmert sich um das Wohlbefinden der Menschen im Unternehmen und die ökonomische ist für die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens zuständig. So sind alle drei Dimensionen gleichermaßen voneinander abhängig.

  1. Soziale Dimension

Weit weniger bekannt als die ökologische Dimension ist die soziale Dimension der Nachhaltigkeit. Soziale Nachhaltigkeit bezieht sich per Definition auf die Fähigkeit einer Gesellschaft oder einer Gemeinschaft, die Bedürfnisse und Rechte der Menschen in der Gegenwart zu erfüllen, ohne dabei die Chancen und Ressourcen für zukünftige Generationen zu gefährden. Es geht dabei um soziale Gerechtigkeit, Fairness und den Schutz der Menschenrechte. Es geht darum, eine inklusive Gesellschaft zu schaffen, in der niemand ausgegrenzt oder benachteiligt wird. Für Sie als Unternehmerin oder Unternehmer bedeutet das konkret, dass Sie sich zum Beispiel darum bemühen, Chancengleichheit unter Ihren Mitarbeitenden zu fördern und eine vielfältige Unternehmenskultur sowie faire Arbeitsbedingungen zu schaffen. Auch bei der Auswahl Ihrer Lieferanten sollten Sie darauf achten, dass nachhaltige Lieferketten eingehalten werden und faire Arbeitsbedingungen unter den Mitarbeitenden herrschen. Um das herauszufinden, können Sie beispielsweise deren Nachhaltigkeitsberichte oder den Code of Conduct anfragen. Darüber hinaus zählt zur sozialen Nachhaltigkeit auch das Recht auf freie berufliche und persönliche Entfaltung und Angebote zur beruflichen Aus- und Weiterbildung. Indem Sie sozial nachhaltige Unternehmensentscheidungen treffen, profitieren Sie im Gegenzug idealerweise von einer hohen Produktivität und Zufriedenheit sowie einer geringen Fluktuation Ihrer Mitarbeitenden.

  1. Ökonomische Dimension

Die ökonomische Dimension von Nachhaltigkeit bezieht sich auf den wirtschaftlichen Aspekt der Nachhaltigkeit, der darauf abzielt, langfristigen wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand zu gewährleisten, ohne die bestehenden Ressourcen und Systeme zu erschöpfen. Diese Dimension zielt darauf ab, ökonomisches Handeln so zu gestalten, dass es sowohl ökologisch verträglich und sozial gerecht als auch wirtschaftlich rentabel ist. Unternehmen leisten einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag, indem sie Arbeitsplätze schaffen, in die Berufsausbildung junger Menschen investieren, Steuern zahlen und Konsumenten (B2C) oder anderen Unternehmen (B2B) mit essenziellen Produkten und Dienstleistungen versorgen. Der langfristige wirtschaftliche Erfolg von Unternehmen ist also Motor gesellschaftlicher und gesamtwirtschaftlicher Entwicklung. Ökonomische Nachhaltigkeit ist daher ein Balanceakt – zwischen nachhaltig wirtschaftlich und wirtschaftlich nachhaltig.

Ökonomisch nachhaltig ist für Unternehmen beispielsweise ein effektives Innovationsmanagement, in dem Entwicklungen und Lösungen stets auf Basis ihrer ökologischen, sozialen und ökonomischen Implikationen bewertet werden. Ein anderes Beispiel ist die Entwicklung eines effektiven Energie- und Umweltmanagementsystems, durch das nicht nur Ressourcen eingespart werden können, sondern auch Kosten minimiert werden. Ökonomisch nachhaltig sind also die Unternehmensaktivitäten, die den langfristigen Erfolg eines Unternehmens sichern und dabei die negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft minimieren.

Von Erfolgsgeheimnissen und Zukunftsvisionen: Unser Geschäftsführer im Interview

Seit 101 Jahren ist die Firma PICARD bereits in der Wälzlagerbranche tätig. 101 Jahre voller Erfolge und Herausforderungen, weltpolitischer und historischer Ereignisse in einer sich rasant entwickelnden Branche. PICARD hat es durch jede dieser Zeiten mit einer großen Portion Ideenreichtum, Fleiß und Durchhaltevermögen geschafft. Unser Geschäftsführer Hans-Martin Reinhardt wirft mit uns einen Blick zurück zu den Anfängen des Familienunternehmens und erklärt, was eine junge Frau auf dem Überseeschiff nach Amerika damit zu tun hat. Der Blick in die Gegenwart verrät, wie wir es geschafft haben, uns zu einem der größten Handelsunternehmen für Wälzlager und Lineartechnik in Europa zu entwickeln und wie PICARD in die (digitale) Zukunft steuert.

Ansicht der Firmengebäude von früher und heute, View of the company buildings in the past and today

Hallo Herr Reinhardt, schön, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben. Können Sie uns etwas zur Gründungsgeschichte der Firma erzählen?  Wieso hat die Familie Picard sich für den Handel mit Wälzlagern entschieden?

Die Gründung im Jahr 1922 habe ich leider – oder zum Glück 😉 – nicht live miterlebt, aber ich kann aus den Erzählungen der Familie Picard wiedergeben, dass damals eine Tante der Familie kaufmännisch aktiv war und in diesem Zusammenhang eine Schiffsreise nach Amerika unternommen hat. Zu dieser Zeit war es äußerst ungewöhnlich, dass Frauen solche weiten Reisen unternahmen – dazu noch allein und aus beruflichen Gründen. Vor Ort kam sie mit verschiedenen Maschinenelementen, unter anderem Wälzlagern, in Berührung. Durch ihr kaufmännisches Vorwissen erkannte sie, dass der Handel mit Wälzlagern auch in Deutschland ein zukunftsträchtiger Markt sein könnte.

Geschichtlich betrachtet ergibt das durchaus Sinn, da es in den 1920er Jahren, den sogenannten „Roaring Twenties“, weltweit einen großen wirtschaftlichen und industriellen Aufschwung gab. Maschinenbauteile waren immer gefragter. Anna Gräf, die besagte Tante von Friedrich Picard, hatte also damals schon einen guten Riecher. Friedrich Picard gefiel die Idee und gründete schließlich die Firma unter Beteiligung seiner Tante und eines weiteren Mitinhabers. Friedrich selbst war im Gründungsjahr 1922 gerade einmal 14 Jahre alt.

Im letzten Jahrhundert gab es Weltkriege, Währungsreformen und Wirtschaftskrisen – all das hat die Firma erfolgreich durchgestanden, auch wenn es sicher nicht immer einfach war. Wie lautet das Erfolgsrezept?

Das waren in der Tat schwierige Zeiten, bei denen längst nicht immer klar war, ob wir sie als Firma durchstehen werden. Im Zweiten Weltkrieg wurden wir komplett ausgebombt, nach dem Krieg war die Produktion und der Handel von Wälzlagern im ganzen Land verboten. Aber Not macht erfinderisch, also handelte die Firma PICARD in dieser Zeit mit Autoteilen und Werkzeugen. Die Familie Picard war schon immer sehr fleißig, zielstrebig und fokussiert auf das, was sie erreichen wollten. Das Wohlergehen der Firma stand immer an erster Stelle. Dafür war es notwendig, auch private Interessen mal hintenanzustellen. Dieser Schaffensdrang bezog sich nicht nur auf ihre Tätigkeit im Vertrieb, sondern auf alle Bereiche: Von der Buchhaltung bis hin zur IT. Der Sohn unseres Gründers, Wolfgang Picard, hat damals in den 1980er Jahren mit einer IBM 36 selbst für die Firma programmiert. Sein Sohn Marc Picard, unser heutiger Inhaber, hat einige Jahre später wiederum ein vollumfängliches Warenwirtschaftssystem entwickelt und programmiert, das genau auf die Bedürfnisse unseres Unternehmens zugeschnitten ist. Was die Familie über Generationen hinweg vereint, ist, dass die Nachkommen sehr früh Verantwortung übernommen haben und übernehmen mussten. Sowohl Friedrich als auch Wolfgang Picard sind leider viel zu früh verstorben. Unser Inhaber Marc Picard hat als Nachfolger schon in jungen Jahren die Geschäfte seines Vaters übernommen und damit den Unternehmensfortbestand gesichert. Ohne eine Leidenschaft für das zu haben, was man tut, funktioniert es nicht. Natürlich muss man auch bereit sein, Risiken einzugehen.

Bei uns hat das schließlich dazu geführt, dass wir komplett organisch und ohne fremde Hilfe wachsen konnten und bis heute völlig autark und ungebunden sind. Ich würde sagen, das ist das Erfolgsrezept der Firma PICARD.

PICARD beliefert exklusiv den technischen Fachhandel – seit wann? Was macht diese Zielgruppe für uns so besonders?

Dazu muss ich ein wenig ausholen: Gestartet ist die kleine Bochumer Firma im Jahr 1922 als „Fischer-Kugellager-Vertrieb“ (FAG). Später waren wir exklusiver Timken-Vertragshändler und bis Ende der 1980er Jahre Steyr-Vertragshändler, was für uns zu dieser Zeit absolut identitätsstiftend war. Dann wurde Steyr jedoch von SKF aufgekauft und unser damaliges Geschäftsmodell brach in sich zusammen. Wir brauchten einen neuen Vertragshersteller oder eine neue Idee.

Also taten wir etwas, das zu dieser Zeit nicht nur unüblich, sondern verpönt war: Wir wurden einer der ersten Multi-Brand Händler, der Ware direkt vom Hersteller an andere Händler verkauft. Durch unsere Vergangenheit als Vertragshändler kannten wir den technischen Fachhandel wie kein Zweiter und wussten, dass es immer mal wieder Schwierigkeiten in der Beschaffung einzelner Produkttypen gibt. Also haben wir uns auf den Zukaufbedarf des technischen Fachhandels spezialisiert. Wir wussten um die Wünsche und Bedürfnisse dieser Zielgruppe. In der heutigen Zeit ist das vielleicht schwer vorstellbar, aber damals haben wir damit großes Aufsehen erregt. Die Firma PICARD war als solche nicht bekannt, da unsere Identität bislang ja immer auf dem jeweiligen Hersteller basierte. Auf deren Seite haben wir uns mit diesem Schritt einige Sympathien verspielt. Es gab einen strengen Vertriebs- und Gebietsschutz, deshalb existierten zu dieser Zeit fast ausschließlich Vertragshändler. Man konnte nicht einfach Wälzlager von verschiedenen Marken verkaufen, das hat dich als Händler unauthentisch gemacht. Wir haben aber die Notwendigkeit eines Bindeglieds zwischen Herstellern und Handel gesehen. Wenn der Hersteller den Bedarf des Fachhandels nicht bedienen konnte, sind wir eingesprungen, um diesen Bedarf zu decken. So ermöglichten wir dem Handel Markentreue.

Später konnten wir dem technischen Fachhandel durch diese Position auch Zugang zu Premiummarken verschaffen, die ihm auf anderem Wege nicht zugänglich waren. Damals war unser Unterfangen hochriskant. Aber letztlich sieht man, dass wir alles richtig gemacht haben und es sich gelohnt hat, den Schritt in die Unabhängigkeit zu wagen. Unser Mut machte sich bezahlt. Auch, als wir als erstes Handelsunternehmen einen Onlineshop für Wälzlager angeboten haben!

Inwiefern unterscheidet sich PICARD mit dem heutigen Geschäftsmodell von den Marktbegleitern?

PICARD versteht sich seit jeher als Handelspartner auf Augenhöhe – früher im Geschäft mit OEMs und auch heute mit unseren Händlerkunden. Als Bindeglied zwischen Hersteller und Handel war und ist unser Ziel nach wie vor, ein gemeinsames Interesse auf allen Seiten zu schaffen. Unser Leistungspaket für den Kunden soll so differenzierbar sein, dass es sich deutlich von anderen Angeboten abhebt.

Dabei bieten wir absolute Zuverlässigkeit, eine pünktliche Lieferung der bestellten Ware und die Wahl zwischen verschiedenen Versanddienstleistern. Wir garantieren, dass unsere Kunden bei uns ausschließlich fabrikneue und markenrechtskonforme Originalware bekommen. Was uns auf dem Markt absolut einzigartig macht, ist der Umfang unserer Bevorratung. Auf über 10.000 qm Lagerfläche bevorraten wir alle Premiummarken wie Schaeffler, Timken, JTEKT, NSK, SKF, NTN und NACHI, die gemeinsam den Zusammenschluss der WBA (Word Bearing Association) bilden. Außerdem bieten wir unseren Kunden hochwertige Alternativmarken an. Wir beschränken uns dabei nicht nur auf die High-Roller, sondern bevorraten auch seltenes Randsortiment und Nischentypen, die sonst gar nicht oder nur schwerlich zu bekommen sind. Damit stellen wir eine lückenlose Verfügbarkeit der Marken im Markt sicher.

In den letzten Jahrzehnten haben wir unser Sortiment um Lineartechnik, Keilriemen, Dichtungen und umfangreiches Zubehör erweitert. So ermöglichen wir dem Handel, den Bedarf ihrer Kunden aus einer Hand zu decken und so Ressourcen zu sparen, die sie wiederum in die Betreuung ihrer Kunden investieren können.

Lassen Sie uns zum Abschluss eine Prognose wagen: Wohin entwickelt sich die Branche in den nächsten Jahren und welche Rolle spielt PICARD dabei?

Wir befinden uns gerade mitten in einer digitalen Disruption, in der sich Kundenerwartungen rasant verändern. Die Generationen Y und Z kommen zunehmend in Entscheiderpositionen und verändern, wie wir Geschäfte machen. Ich bin der Meinung, dass es auf allen Seiten Herausforderungen geben wird: OEMs müssen stetig neue, innovative Technologien entwickeln, um sich weiterhin erfolgreich im Markt positionieren zu können. Für Händler ist es unabdingbar, eine professionelle Onlinepräsenz zu besitzen und in Marketing zu investieren, statt große, regionale Standorte mit viel Lagerfläche zu führen. Große Bevorratungen binden häufig unnötig Ressourcen. Durch den Onlinehandel existieren inzwischen zahlreiche Dropshipping-Möglichkeiten, die die eigene Lagerfläche fast überflüssig machen.

Die Hauptaufgabe des Händlers besteht nach wie vor darin, Markenbekanntheit zu schaffen. Nur hat sich die Art, wie diese Bekanntheit entsteht, in den letzten Jahren grundlegend verändert. Waren es damals noch die regionale Präsenz und der persönliche Austausch, die für den Händler Schlüssel zum Erfolg waren, stehen im digitalen Zeitalter Verfügbarkeit, Preis und die Schnelligkeit der Lieferung an erster Stelle. Doch das ist längst nicht alles. Der Onlinehandel sorgt für eine bisher nie dagewesene Transparenz, dadurch hat sich auch die Konkurrenz vervielfacht. Das führt wiederum dazu, dass ein günstiger Preis und eine schnelle Lieferung für die Kaufentscheidung des Kunden nicht mehr ausreichen.

Die Frage, die sich vielmehr stellt, ist: Welchen Mehrwert kann ich mit meiner Dienstleistung für den Kunden schaffen? Der technische Fachhandel muss sich eine Profilierung suchen. Und nicht zuletzt spielt meiner Meinung nach auch der persönliche Kontakt zum Kunden weiterhin eine wichtige Rolle. Selbst, wenn durch das Internet vieles anonymer geworden ist – Menschen handeln immer noch am liebsten mit Menschen.

Wird es den technischen Handel weiterhin als Bindeglied zwischen Hersteller und Verbraucher benötigen? Aus meiner Sicht wird der Handel in der Wertschöpfungskette von Hersteller zu Verbraucher immer eine signifikante Rolle spielen, nur welche ist noch nicht klar.

Wir möchten als Firma PICARD zukünftig den Wandel im Markt weiterhin proaktiv mitgestalten und das Kräftedreieck zwischen Hersteller, Handel und Verbraucher fördern: Wir sehen die digitale Disruption als Chance, die Hersteller weiter zu stärken und gleichzeitig dem Händler einen Mehrwert für sich und seine Verbraucher zu bieten.

Vielen Dank für das spannende Gespräch, Herr Reinhardt!

Schnell, schneller, PICARD Kurier – Taggleiche Zustellung über Grenzen hinweg

Manchmal ist “schnell“ nicht schnell genug. Und manchmal reicht auch die Bestellung per Expresslieferung nicht aus, wenn Industriemaschinen stillstehen und Anwendungen streiken. Das ist genau der Zeitpunkt, an dem die PICARD Kurieroptionen in Betracht gezogen werden sollten.

Grafik mit Icons zum Transportweg eines Pakets, Graphic with icons for the transport route of a parcel

Von Bochum nach Schweden in 6 Stunden

Ein ähnlicher Fall trat neulich bei einem unserer Kunden in Schweden auf. Die Maschine seines Kunden fiel aus und dringend benötigte Ersatzteile mussten her. Schnell fand der Kunde über unseren Onlineshop heraus, dass wir seinen benötigten Linearartikel noch in ausreichender Stückzahl bevorraten. Also stellte er die dringende Anfrage an uns, dass das Produkt unbedingt noch am gleichen Tag geliefert werden müsse.

Hier kam unsere neueste Versandoption, der internationale Kurierversand per Flugzeug, ins Spiel. Bei dieser Option übernimmt unser Kurier die Verantwortung der Sendung von der Abholung an unserem Lager bis zur Auslieferung beim Kunden. Dabei ist nicht nur die Geschwindigkeit des Versands ein enormer Vorteil, sondern auch die durchgehende persönliche Überwachung des Transportguts durch den jeweiligen Kurier.

Jeder Transportschritt von der Kommissionierung bis hin zur Zustellung läuft dabei Hand in Hand in beispiellosem Teamwork: Nachdem die benötigte Ware des schwedischen Kunden bei uns im Lager kommissioniert und verpackt wurde, holte ein Kurierdienst das Päckchen um 15:30 Uhr an unserem Versandlager in Bochum ab, um es auf unmittelbarem Weg zum Flughafen nach Düsseldorf zu bringen und dem entsprechenden Kurier für den Weitertransport zu übergeben. So wurde das Päckchen schließlich im Flugzeug nach Kopenhagen befördert und von dort aus per Taxi weiter in die Zielregion, eine schwedische Kleinstadt, transportiert. Der Auslieferungszeitpunkt beim Kunden erfolgte bereits knapp 6 Stunden später, um 21:15 Uhr. Das Ergebnis: Die zu ersetzenden Teile konnten umgehend montiert werden und Kunde sowie Anwender waren erleichtert.

Taggleiche Zustellung nach England

Kurze Zeit später haben wir eine weitere Anfrage erhalten. Ein britischer Kunde benötigte dringend noch am selben Tag Linearschienen und Führungswagen für seinen Kunden aus der Nähe von Birmingham.

Auch die Einfuhr in Exportländer außerhalb der EU ist kein Hindernis für die taggleiche Zustellung. Auf Wunsch übernehmen wir am Flughafen den Warenimportprozess beim Zoll und transportieren die Bestellung direkt zur Zieladresse. Alternativ händigt unser Kurier Ihnen die Ware am Flughafen aus und Sie übernehmen die Verzollung. So geschehen bei unserem Kunden aus England. Innerhalb kürzester Zeit wurden die benötigten Schienen in unserem Linearcenter nach Anforderung des Kunden passgenau getrennt, die Bestellung verpackt und unserem Kurierdienst für die Fahrt zum Düsseldorfer Flughafen übergeben. Eine gute Flugstunde später ist das Transportgut bereits in Birmingham angekommen, wo es dem Kunden zum Weitertransport für seinen Kunden ausgehändigt wurde. Daraufhin konnte der Endkunde seine Ersatzteile noch am Tag der Bestellung montieren. So wurden längere, kostspielige Ausfallzeiten der Anwendung verhindert.

Die PICARD Kurieroptionen im Überblick:

 

R-Nummer vs. Sprechende Bezeichnung: Wie Sie die Codierung des Rexroth Bezeichnungssystems leicht entschlüsseln

Bosch Rexroth ist Premiumhersteller im Bereich Antriebs- und Steuerungstechnik und stellt eine große Bandbreite an Lineartechnik-Produktgruppen her, die wir bei PICARD bevorraten. Hierzu zählen beispielsweise Kugel- und Rollenschienen sowie die dazu passenden Führungswagen und Linearkugellager(-sets). Eine wesentliche Besonderheit dabei ist, dass die Artikel alle unter einem eigenen Bezeichnungssystem, den sogenannten R-Nummern, geführt werden. Zusätzlich dazu setzt das Unternehmen „sprechende Bezeichnungen“ ein. Was damit genau gemeint ist und warum der Einsatz dieser Systeme zu einer besseren Verständlichkeit auf Hersteller- und Kundenseite führt, verrät uns Rolf Spickermann von Bosch Rexroth im Interview.

Vektorgrafik mit Zeichnung von Kugel- und Rollenwagen, Vector graphic with drawing of ball and roller carriages

Guten Tag Herr Spickermann. Schön, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben. Stellen Sie sich gerne kurz vor. Was sind Ihre Aufgaben bei Bosch Rexroth?

Rolf Spickermann: Mein Name ist Rolf Spickermann, ich bin Partner Development Manager im indirekten Channel des Vertriebes Europa Mitte der Bosch Rexroth AG. In dieser Funktion bin ich als Kundenverantwortlicher sowie als Technologieverantwortlicher der Lineartechnik für Unternehmen wie PICARD tätig.

Bosch Rexroth ist weltweiter Technologieführer im Bereich der Antriebs- und Steuerungstechnik. Seit wann entwickeln Sie Lineartechnik?

Rolf Spickermann: Zu Beginn der sechziger Jahre war Bosch Rexroth, damals noch unter dem Namen „Deutsche Star Kugelhalter GmbH“, erster europäischer Hersteller der Standard-Kugelbüchse. Zum gleichen Zeitpunkt wurde auch die Produktion von gehärteten und geschliffenen Stahlwellen aufgenommen. Zusätzlich zur Büchse gab es dann, ergänzt durch Gehäuse, Wellenböcke und Wellenunterstützungen für offene Kugelbüchsen, auch komplette Einheiten als einbaufertige Lösung. In den achtziger Jahren folgte die Entwicklung der Profilschienenführung und der aus Führung und Antrieb bestehenden Linearsysteme.

Unverwechselbar machen Sie die 10-stelligen R-Nummern, die jeder Linearartikel von Ihnen erhält. Warum nutzen Sie ein eigenes Bezeichnungssystem?

Rolf Spickermann: In dem großen Produktportfolio der Lineartechnik von Bosch Rexroth war es wichtig, ein überschaubares System zu entwickeln, bei dem sich jede Produktvariante inklusive Zubehör und Anbauteilen in einem logischen Nummernsystem wiederfindet. Dies verschafft nicht nur uns, sondern auch unseren Kunden einen schnellen und einfachen Überblick.

Das bedeutet konkret: Alle Zahlen des 10-stelligen R-Nummernsystems haben eine Bedeutung. Nehmen wir als Beispiel unsere Führungswagen: Die ersten beiden Ziffern der R-Nummer geben die Form an. Handelt es sich um eine Kugelführung (16) oder eine Rollenführung (18)? Die nächsten beiden Ziffern stehen für die Typenbezeichnung. Darauf folgt eine Ziffer für die Größe (z.B. Ziffer 1 steht für Größe 15, Ziffer 2 für Größe 25 usw..). Anschließend werden die Vorspannung und die Genauigkeit in jeweils einer Ziffer benannt. Die letzten beiden Zahlen stehen schließlich für die Dichtung/Kugelkette. Sobald man diese Codierung einmal verinnerlicht hat, lässt sich jedes Produkt im Bereich Kugel- und Rollenschienen sowie den dazugehörigen Führungswagen ganz leicht identifizieren. Ein weiterer großer Vorteil an der numerischen Codierung ist, dass sie über jegliche Sprachgrenze hinaus funktioniert.

Sie nutzen auch sogenannte „sprechende Bezeichnungen“, also Bezeichnungen, die spezifische Merkmale wie Typ, Größe oder Konstruktion enthalten, in Ihrem Bezeichnungssystem. Was ist der entscheidende Vorteil an der Kombination zwischen R-Nummer und „sprechender Bezeichnung“?

Rolf Spickermann: Hinter jeder sogenannten sprechenden Bezeichnung sind diverse Abkürzungen von spezifischen Merkmalen als Text hinterlegt. Diese dienen zur schnelleren Findung des Produktes im Katalogsystem. Ein Nutzen, den viele unserer Kunden sehr schätzen. Einige Beispiele für diese „sprechenden Bezeichnungen“ sind:

KW = Kugelwagen, KS = Kugelschiene, RW = Rollenwagen, RS = Rollenschiene, MW= Miniaturwagen, MS, Miniaturschiene, KB= Kugelbuchse und so weiter.

Die Verwendung von R-Nummer und sprechender Bezeichnung ist in der Kombination unschlagbar, da sie die Vorteile beider Systeme vereint: Die R-Nummer ist zwar sehr aussagekräftig, aber dafür hermetisch, also undurchdringlich. Die sprechende Bezeichnung allein ist nicht zu 100% aussagekräftig, aber dafür eines der geläufigsten Bezeichnungssysteme und relativ leicht zu entschlüsseln. Das ist vor allem für Kunden hilfreich, die noch keine oder nur wenige Berührungspunkte mit unserem Rexroth-eigenen Bezeichnungssystem haben.

Wir bevorraten sowohl Ihre Profilschienenführungen mit den passenden Führungswagen als auch Wellenböcke und Linearkugellager-Einheiten. Die Kugelbüchsen aus den Linearkugellager-Einheiten sind auch einzeln erhältlich: Was macht diese so besonders?

Rolf Spickermann: Hier liegt der Vorteil klar auf der Hand: Jeder Kunde kann die Kugelbüchse in freier Gestaltungsvielfalt seiner Konstruktion verwenden und somit in seine Anwendung individuell integrieren. Dies gibt ihm die Möglichkeit, das Gehäuse nach seinem Anwendungsbedürfnissen, beispielsweise mit zusätzlichen Dichtungen, Schmieranschlüsse oder Passungswahl, zu gestalten.

Im Vergleich zu anderen Herstellern ist Ihr Sortiment an Kugelbüchen sehr umfangreich. Wie kommt es dazu?

Rolf Spickermann: Da die Evolution der Lineartechnik von Bosch Rexroth mit den Rundführungen begann und diese auch bis heute ein wichtiger Bestandteil unseres Portfolios ist, wird natürlich stetig an neuen Lösungen und Optimierungen zur Befriedigung der Kundenbedürfnisse gearbeitet. Somit kamen im Laufe der Jahre viele weitere Produktvarianten der Kugelbüchse auf den Markt. Unser Motto ist: „Für jede Anwendung die passende Kugelbüchsenführung“.

Unter dem Slogan „We Move. You win“ setzt sich Ihr Unternehmen dafür ein, die Zukunft aktiv mitzugestalten. Was bedeutet das für Sie?

Rolf Spickermann: Wir sind kontinuierlich mit unseren Kunden im Gespräch, um die sich immer wieder verändernden Marktbedingungen zu kennen. Gleichzeitig denken wir voraus – welche Markttrends sind im Kommen, welchen neuen Herausforderungen müssen sich unsere Kunden stellen? Aus dieser Erkenntnis heraus entwickeln wir proaktiv schon heute Lösungen, die unsere Kunden morgen brauchen. Das heißt, wenn wir uns rechtzeitig bewegen und weiterentwickeln, gewinnen letztlich unsere Kunden. Unser Ziel ist es, die Linearbewegungen unserer Kunden stetig effizienter und zukunftssicherer zu machen. Mehr dazu finden Sie auch hier auf dieser Website.

Vielen Dank für den interessanten Einblick, Herr Spickermann!

Industrienormen und Wälzlager: Eine Partnerschaft für Spitzenleistungen

Industrienormen dienen dazu, einheitliche Standards und Verfahren für Produkte, aber auch Dienstleistungen der Technologien in unterschiedlichsten Branchen festzulegen. Die Entwicklung und Einhaltung von Normen bietet gleich mehrere Vorteile: Qualitätssicherung, Interoperabilität / Austauschbarkeit, Sicherheit, Kosteneffizienz und Handelserleichterung.

Grafik mit verschiedenen Abkürzungen für Normenbezeichnungen, Graphic with various abbreviations for standard designations

Es ist also kein Wunder, dass die Einführung von Normsystemen und Standards in der Wälzlagerbranche den Handel revolutioniert hat. Im frühen 20. Jahrhundert begannen Wälzlagerhersteller erstmals damit, eigene, festgelegte Produktionsstandards zu entwickeln, um eine Kompatibilität und Austauschbarkeit in den Anwendungen ihrer Kunden zu ermöglichen. Dadurch konnten sie international mit ihren Produkten handeln und neue, globale Märkte erschließen sowie zeit- und kosteneffizienter arbeiten. Für den Kunden wurde wiederum die Produktvielfalt und -verfügbarkeit massiv erhöht. Vor allem aber sorgte die Normierung von Wälzlagern für eine neue Definition von Qualitätsstandards. Merkmale wie Abmessungen, Materialien, Toleranzen sowie spezielle Prüfverfahren wurden einheitlich festgelegt. So konnte der Anwender sicher sein, dass seine Lager unabhängig von Hersteller oder Herstellungsland den einheitlichen Anforderungen entsprechen. Im Laufe der Jahre haben einige große Nationen und Wirtschaftsmächte eigene Industrienormen festgelegt, die sich auch international durchgesetzt haben und teilweise Äquivalente zu anderen Normsystemen bilden. Wir stellen diese im Folgenden genauer vor.

ASTM

Die signifikanten Vorteile einer Normierung von Maschinenelementen erkannten die Vereinigten Staaten bereits sehr früh. Mit der Dachorganisation ANSI (American National Standards Institute) wurde 1918 die erste landesweite Normungsorganisation gegründet, um die wachsende Industrie in den USA zu unterstützen. Zuvor gab es bereits kleinere Zusammenschlüsse dieser Art, zum Beispiel die „American Society for Testing and Materials“ (kurz: ASTM), die bis heute technische Normen und Spezifikationen entwickelt. Seit 2001 wird diese „ASTM International“ genannt, um die internationale Ausrichtung zu unterstreichen. Diese ASTM-Norm wird zum Beispiel im Maschinenbau, für Baumaterialien, Kunststoffe, medizinische Geräte, Prüfverfahren und sogar für die Festlegung von Umweltstandards genutzt.

ABMA

Im ersten Weltkrieg schlossen sich einige amerikanische Institutionen zu einem informellen Ausschuss zusammen, um die Produktion von Wälzlagern für militärische Anwendungen sicherzustellen. So begannen die Anfänge der ABMA (American Bearing Manufacturers Association). Diese befasst sich bis heute mit der Standardisierung von Wälzlagern und legt Merkmale wie Abmessungen, Materialien, Toleranzen fest. Außerdem setzt sie sich für die Interessen der Wälzlagerhersteller gegenüber den Regierungsbehörden ein und unterstützt bei der Schaffung von günstigen Geschäftsbedingungen.

Wussten Sie schon? Die Toleranzklassen werden bei der ABMA-Norm in aufsteigender Reihenfolge beziffert. Wohingegen bei DIN und JIS-Normen absteigend gezählt wird. Ein Beispiel: JIS Klasse 6 ≙ DIN P6 ≙ ANSI/ABMA ABEC 3.

ISO

ISO-Normen gelten als der internationale Standard aller Normsysteme und werden in zahlreichen Industriezweigen genutzt. Erstmals entwickelt wurden sie kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. ISO steht für die „International Organization for Standardization“. Um die Abkürzung in allen Sprachen einheitlich zu halten, wurde I-S-O gewählt. Dieses stammt vom griechischen Begriff isos ab und bedeutet „gleich“. Die unabhängige Organisation besteht aus verschiedenen Mitgliedern weltweit und hat ihren Hauptsitz in Genf in der Schweiz.

DIN

Die DIN („Deutsches Institut für Normung“) ist, wie der Name bereits verrät, die deutsche Norm. Ein bekanntes Beispiel für DIN-genormte Produkte kommt aus der Papierherstellung: Ein DIN-A4-Blatt kennt jeder als die klassische Papiergröße zum Drucken, in Collegeblöcken oder bei Versandtaschen. Auch bei deutschen Wälzlagerherstellern ist die DIN eine sehr verbreitete Norm.

JIS

Seit den 1920er Jahren hat sich die Normierung in der Wälzlagerbranche stetig weiterentwickelt. So hat zum Beispiel auch Japan seine eigenen Standards entwickelt, die JIS-Norm. JIS steht dabei für „Japanese Industrial Standards“. Diese wird in vielen Industriesektoren wie Automobilindustrie, Elektronik, Chemie und Bauwesen verwendet und ist nach wie vor überwiegend in Japan gebräuchlich. Vor allem bei Exportprodukten ist diese Norm aber auch aus internationaler Sicht von Interesse, da sie die Fertigungsqualität nach japanischen Standards garantiert.

PICARD Insights: Unser Purchasing-Team stellt sich vor!

Mit unserer Blogartikel-Reihe „Insights“ möchten wir euch jeden Bereich der Firma PICARD und die zugehörigen Teams vorstellen. Unser Unternehmen besteht aus den Bereichen Purchasing, Sales, Logistics Operations, Logistics Services, Customs, Accounting, IT, HR und Marketing. Den Anfang macht das Team Purchasing: Wir haben mit unserer Kollegin Andrea Ivanegova gesprochen, sie ist Purchasing Team Manager und hat uns gemeinsam mit ihren Teamkolleg:innen verraten, was das Besondere am PICARD-Sortiment ist und wie sich Einkaufsprozesse in Zukunft möglicherweise verändern werden.

Collage aus Mitarbeiterportraits, Collage of employee portraits

Wie viele Mitarbeitende gibt es im Purchasing und wie arbeitet das Team zusammen?

Das Team Purchasing besteht aus insgesamt 28 Kolleginnen und Kollegen, die drei verschiedene Aufgabenbereiche verantworten:

  1. Disposition
  2. Einkaufsqualitätsmanagement & Datenpflege
  3. Auftragsbezogener Zukauf

Die Disposition ist die langfristige Bevorratung unseres Standardsortiments. Dieses besteht aus ca. 55.000 verschiedenen Artikeln. Die Kollegen erfassen die großen Bestellungen mit hunderten verschiedenen Positionen, die die Warenversorgung für einen längeren Zeitraum gewährleisten. Es ist eine große Kunst, die Ware zum richtigen Zeitpunkt und in der adäquaten Menge für die Kunden bereit zu stellen und damit eine lückenlose Bevorratung zu schaffen. Ständige Marktanalyse sowie die Verhandlung der besten Einkaufskonditionen sind die Grundsteine für die erfolgreiche Disposition. Da wir uns darauf konzentrieren, den unplanbaren und häufig kleinteiligen Zukaufbedarf des Fachhandels zu decken, ist die Planung unseres Bedarfes eine besondere Herausforderung.

Unser Ziel ist es immer, dass unsere Kunden die Anfragen ihrer Kunden vollständig und schnell bedienen können. Für den Fall, dass wir die gewünschte Ware einmal nicht vorrätig haben, kommen unsere Kollegen aus dem Bereich Procurement ins Spiel. Das Team verantwortet den auftragsbezogenen Zukauf und sorgt dafür, dass der technische Fachhändler seinen Kunden auch dann alle gewünschten Artikel liefern kann, wenn ein Teil der Ware gerade bei uns ausverkauft ist. Dafür greifen wir auf unser Netzwerk zurück und können so sicherstellen, dass wir jede noch so außergewöhnliche Anfrage kurzfristig beschaffen können. Der Kunde hat den Vorteil, dass er alles „aus einer Hand“ und zum bestmöglichen Preis bestellen kann.

Eine weitere Aufgabe unseres Purchasing-Teams ist das Qualitätsmanagement und die Datenpflege. Dies beinhaltet den Abgleich zwischen bestellter und gelieferter Ware, die Rechnungsprüfung und die Erfassung aller Artikelinformationen, die unsere Kunden für ihre Kaufentscheidung benötigen. Wichtig ist hierbei die regelmäßige Pflege der aktuellen Bezeichnungen, der technischen Daten, der Anzeige von Äquivalenten verschiedener Hersteller sowie die Anzeige der korrekten Bruttopreise bei den jeweiligen Fabrikaten.

Gruppenfoto vor gläserner Gebäudefassade, Group photo in front of a glass building façade

Wodurch zeichnet sich das PICARD-Sortiment aus und worauf achtet ihr beim Sortimentsmanagement?

Wir führen Wälz- und Gleitlager, Gelenklager und -köpfe, Gehäuse, Lineartechnik, Keilriemen, Dichtungen und Zubehör. Den größten Anteil machen die teilnehmenden Hersteller der WBA (World Bearing Association) aus, also die Premiummarken SKF, Schaeffler, NTN, Timken, NSK, NACHI und JTEKT. Ergänzend dazu bevorraten wir hochwertige Alternativmarken wie z.B. NKE, UKF, STC Steyr oder ZEN. Unseren Lineartechnikbestand führen wir ebenfalls von den Premiumherstellern: Schaeffler, Bosch Rexroth, THK, Ewellix, Schneeberger, SNR und NSK. Zusätzlich dazu rundet ein breites Sortiment an Keilriemen, Dichtungen und NILOS-Ringen unser Angebot ab. Beim Sortimentsmanagement achten wir vor allem darauf, eine lückenlose Verfügbarkeit der Ware sicherzustellen und unser Sortiment mit neuen Baureihen regelmäßig zu erweitern. Dafür beobachten wir die neusten Entwicklungen und Trends auf dem Markt und sind in regelmäßigem Austausch mit unserem Sales-Bereich. Außerdem pflegen wir ein gutes Verhältnis zu Lieferanten und Herstellern, von denen wir häufig wichtige Impulse erhalten.

Wie haben sich die Einkaufsprozesse in der Branche in den letzten Jahren verändert? Wie ist deine Einschätzung für die Zukunft?

Die digitale Transformation ist bei uns ein großes Thema, denn in unserem schnelllebigen Business ist eine Automatisierung von Prozessen nicht mehr weg zu denken. Wir investieren in die Digitalisierung unserer Einkaufsprozesse und profitieren natürlich auch von der zunehmenden Digitalisierung auf Herstellerseite. Die Übermittlung von Bestellungen, die Analyse von Zu- und Abgängen, die Verfolgung von Lieferterminen – digitale Prozesse machen unsere Arbeit effektiver und effizienter. Gleichzeitig können wir dadurch Bedarfsveränderungen am Markt besser auswerten. So können wir den immer neuen Anforderungen des Marktes proaktiv begegnen und unserem Qualitätsanspruch gerecht werden.

Vielen Dank für den spannenden Einblick!

Wie der technische Fachhandel mit Lineartechnik Umsatzpotenziale erschließen kann

Lineartechnik bezeichnet Komponenten und Systeme zur Ausführung von linearen Bewegungen in der Antriebstechnik. Durch die zunehmende Automatisierung in vielen Branchen und Industrien wächst auch der Bedarf an Linearsystemen. Als Sortimentskategorie und -erweiterung gewinnt sie für den technischen Fachhandel daher zunehmend an Bedeutung. In diesem Artikel erfahren Sie, in welchen Industrien Umsatzpotenziale im Bereich Lineartechnik stecken und wie PICARD Sie dabei unterstützen kann, diese Potenziale zu erschließen.

Mitarbeiter prüft Linearschienen in Holzkiste, Employee checks linear rails in wooden crate

Höhere Produktqualität bei geringerem Ressourceneinsatz und gesteigerter Produktivität – Ein Ziel, das in vielen Industrien über den Unternehmenserfolg entscheidet. Der Zeit- und Kostendruck steigt. Viele Branchen setzen daher zunehmend auf Automatisierung. Die Lösung: Lineartechnik. Die Vorteile liegen in ihrer Präzision, Wiederholgenauigkeit, Steifigkeit und der Fähigkeit, hohe Lasten zu tragen. So kann in vielen Anwendungen eine erhebliche Steigerung der Qualität, Effizienz und Leistung erreicht werden. Bereits eingesetzt werden Linearsysteme zum Beispiel in Flugzeugsteuerungen, Satellitenbewegungen, Raketenmechanismen oder in medizinischen und chirurgischen Instrumenten.

Bei der Entwicklung neuer Automatisierungslösungen ist Lineartechnik essenzieller Bestandteil. Vor allem im Bereich Robotik sind häufig lineare Bewegungsabläufe gefragt, zum Beispiel für Komponenten wie Greifer, Positionierer und Handhabungsgeräte. Besonders in der Industrie 4.0 ist Lineartechnik kaum wegzudenken. Denn mithilfe von Lineartechnik wird die Realisierung von Smart Factories und intelligenten Fertigungsmethoden erst vorangetrieben.

Lineartechnik birgt auch mit Blick auf das Thema Ressourceneffizienz erhebliche Potenziale. Denn Entscheider im Industriesektor werden sich auch in Zukunft intensiv mit Ressourceneinsparungen und der Reduzierung von Energiekosten beschäftigen. Der Vorteil der Lineartechnik: Sie reduziert Reibung und Verschleiß bei maximaler Präzision und kann in vielen Anwendungen den Energieverbrauch erheblich senken.

In den Branchen Maschinenbau, Elektronik, Lebensmittel-, Verpackungs- sowie Druck- und Papierindustrie, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik wird Lineartechnik bereits effektiv eingesetzt und mit zunehmender Automatisierung wächst der Markt stetig. Das bietet dem technischen Fachhandel die Möglichkeit, Ihren Kundenstamm zu erweitern und so ungenutzte Umsatzpotenziale zu erschließen.

PICARD – DER PARTNER FÜR IHR LINEARTECHNIK-BUSINESS

Neben der Kundenakquise und dem Vertrieb von Linearartikeln, ist der Erfolg Ihrer Handelsgeschäfte abhängig von vier Faktoren: einem breiten Sortiment, schnellem Service, flexiblen Logistikoptionen und technischem Knowhow. Wir bei PICARD bieten unseren Kunden genau das und unterstützen Sie, egal ob Sie gerade erst ins Lineartechnikgeschäft einsteigen oder bereits Lineartechnik im Sortiment haben.

Sortiment

Als eines der größten Handelsunternehmen für Wälzlager und Lineartechnik in Europa bieten wir dem technischen Fachhandel ein umfangreiches Linearsortiment – aus Vorrat und sofort verfügbar.

Konfigurierbare Artikel:

Stückware:

Service

Mit unseren Serviceleistungen bieten wir Ihnen maximale Effizienz bei der Bestellung von Linearartikeln. So können Sie die Anfragen Ihrer Kunden schnell und einfach bearbeiten.

Wünscht Ihr Kunde individuell zugeschnittene Schienen, Wellen oder Gewindespindeln, können Sie mithilfe des Konfigurators in unserem Onlineshop den entsprechenden Linearartikel auswählen und nach den Anforderungen Ihres Kunden bearbeiten. Geben Sie einfach die gewünschte Menge, Länge und, bei Linearschienen, den Abstand vor der ersten Bohrung ein und Preis sowie Verfügbarkeit werden Ihnen in Echtzeit angezeigt.

Das anschließende Trennen, Handling und die fachgerechte Verpackung in unserem hauseigenen Linearcenter sind in unserem Leistungsumfang für Sie inklusive und werden nicht gesondert in Rechnung gestellt. Das Besondere daran: Jede der bei uns getrennten Schienen wird mit einer Fase ausgeliefert. Dies ermöglicht eine leichtere Montage der Führungswagen, wodurch stramm sitzende Dichtungen geschützt werden. Standardmäßig sind außerdem für jede Schiene die passenden Abdeckkappen aus Kunststoff im Lieferumfang enthalten.

Als neueste Serviceleistung bieten wir auf Anfrage und nach Verfügbarkeit die „Fertigung auf Stoß“ an. Diese ermöglicht, Schienensysteme in unendlicher Länge zu montieren. Bei entsprechender Kundenanfrage werden die Enden der Schienen-Stirnseiten durch ein Schleifverfahren so bearbeitet, dass eine durchgehende Verbindung von einzelnen Schienenteilstücken möglich ist.

Um Ihnen und Ihren Kunden die Nachbestellung von Linearartikeln zu vereinfachen, werden alle von PICARD ausgelieferten Schienen per Laser mit einem sogenannten „DMC-Code“ gekennzeichnet. In diesem Code sind alle technischen Informationen wie Hersteller, Type, Maße und Bohrungen für Sie abrufbar. Die DMCs sind mit der WBA-Authentifizierungs-App und dem PICARD-eigenen System ProScan auslesbar. Dadurch sparen Sie bei einer Nachbestellung wertvolle Zeit und können Ihrem Kunden direkt den passenden Artikel anbieten.

Logistik

Auch um das Thema Logistik brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen. Wir arbeiten mit den marktbesten Logistikdienstleistern zusammen, um Ihnen maximale Flexibilität bei der Wahl der passenden Versandoption zu lassen. Dazu zählen: UPS Standard + Express, DHL Paket + Express und Dachser. Falls bei Ihrem Kunden jede Minute zählt, können Sie auch den PICARD Kurierservice nutzen. Unsere Partner-Transportfirma liefert Bestellungen im Radius von bis zu 300 km Luftlinie von unserem Standort Bochum zum Festpreis aus. Nach individueller Absprache sind auch Lieferungen über weitere Entfernungen möglich. Alternativ bieten wir auch Dropshipping an. Das bedeutet, wir versenden Ihre Bestellung direkt zu Ihrem Kunden – neutral und in Ihrem Namen.

Technisches Knowhow

Um Ihren Kunden bestmöglich zu beraten, können Sie bei uns auf Wunsch spannende Technik- und Produktschulungen absolvieren. Ob Sie gerade erst ins Lineartechnikgeschäft einsteigen oder ihr fortgeschrittenes Wissen noch erweitern wollen, wir konzipieren gerne eine Schulung individuell für Ihren Bedarf oder die Anforderungen Ihrer Kunden.

Damit Sie zu einem Kundenauftrag direkt die relevanten technischen Informationen zur Hand haben, finden Sie technische Datenblätter und die jeweiligen Produkteigenschaften eines Artikels (wie Abmessungen, Herstellungsland oder Material) jederzeit auf Abruf im PICARD Onlineshop. Dort finden Sie ebenfalls das passende Zubehör zu den Linearartikeln, zum Beispiel den passenden Führungswagen zur Schiene.